„Vertikale Verdichtung – natürlich in Holz!“

Die holzbau austria und ihre Leistungspartner laden im Rahmen der Messe Handwerk Wels zu Fachgesprächen über 5 außergewöhnliche Holzbauten ein. Grundstücke werden teurer, und die landwirtschaftlichen Flächen sollten im Sinne von regional gesicherten Lebensmitteln geschont werden. Aber die Bevölkerung nimmt zu und der Wohnungsbedarf steigt. Also gewinnt die vertikale Verdichtung enorm an Bedeutung und wenn diese auch noch ökologischer, schneller und sauberer von statten gehen soll, als bisher, dann spielt der moderne Holzbau seine Trümpfe aus. 5 außergewöhnliche und völlig unterschiedliche Wohnbauprojekte beweisen, dass mit Holz deutliche Mehrwerte geschaffen werden können. Die Architekten, die ausführenden Firmen und die Objektpartner aus dem Baustoffbereich stehen Ihnen für Fragen aller Art zur Verfügung. Nutzen Sie diese Chance.

Eingeladen sind Architekten, Holzbaubetriebe, Bauträger, Investoren, Baubehörden, Universitäten sowie Fachhochschulen und HTLs. Alle BesucherInnen dieser Fachveranstaltung erhalten bei der Anmeldung eine gratis Eintrittskarte für die Messe und einen Parkplatz. Eine Anmeldung ist notwendig, der Eintritt ist frei.

Leider ist die Anmeldung über die Website nicht mehr möglich. Kontaktieren Sie bitte office@holzbau-austria.at für mehr Informationen.

Dr. Matthias Ammann,
holzbau_austria



Programm

10:30 Eintreffen
10:55 Begrüßung Ing. Hermann Atzmüller

11:00 Dalston Lane, London (GBR)
Architektur: Waugh Thistleton
Holzbau: B&K Structures
Projektpartner: Binderholz

11:30 Wohnbau Hummelkaserne, Graz (A)
Architektur: sps÷architekten
Holzbau: Kaufmann Bausysteme
Projektpartner: Getzner Werkstoffe

12:00 Dachausbau, Wien (A)
Architektur: ANDIBREUSS
Holzbau: Holzbau Simlinger GmbH
Projektpartner: stora enso

12:30 Pause (Getränke, Imbiss)

13:00 Wohnbau Dragonerquartier, Wels (A)
Architektur: Luger&Maul
Holzbau: Obermayr Holzkonstruktionen
Projektpartner: Egger, Pfeifer

13:30 „Wohnen 500“, Mäder (A)
Architektur: Johannes Kaufmann
Holzbau: Kaufmann Bausysteme
Projektpartner: Adlerlacke, Fermacell, Rockwool

14:00 Schlussworte Ing. Hermann Atzmüller
Gemütlicher Ausklang, Messerundgang



Projekte

Dalston Lane
London



Großvolumiger Holzbau mitten in der Stadt? Das ist keine Utopie mehr! Europa ist auf dem Holzweg - und zwar im positivsten Sinne des Wortes. In Hackney, einem Londoner Stadtteil, entstehen zurzeit 121 Wohnungen auf 12.500 m² Nutzfläche und weitere 3.500 m² gewerbliche Nutzfläche in dem derzeit weltweit größten Massivholzbau. 4.500 m³ binderholz Brettsperrholz BBS werden in 9 Stockwerken verbaut (gesamt 10 Stockwerke). Der bekannte Londoner Architekt Andrew Waugh beschreibt das verwendete Brettsperrholz als den massiven Baustoff der Zukunft und erklärt weiters, dass dieses Projekt in nur der Hälfte der Bauzeit, zu denselben Kosten und mit nachwachsenden Ressourcen erstellt werden kann, wenn es mit anderen in London üblich verwendeten Baustoffen verglichen wird. Was bis vor wenigen Jahren kaum für möglich gehalten wurde, nimmt in immer mehr europäischen Metropolen bauliche Gestalt an: großvolumige, mehrgeschossige Gebäude in Holzbauweise. Im Zuge der Ökologisierung des Bauens, der Notwendigkeit, CO2-Emissionen zu reduzieren, und des sorgsamen Umgangs mit endlichen Ressourcen gewinnt Holz als Baumaterial zunehmend an Bedeutung. Die britische Hauptstadtmetropole nimmt dabei europaweit eine Sonderstellung ein. Keine andere Großstadt zeigt sich so beherzt beim Einsatz innovativer Baulösungen mit dem Baustoff Holz. Während sich die Baugesetzgebung hierzulande dem Holzbau mit vorsichtiger Zurückhaltung nähert, ist man in London schon einen großen Schritt weiter. Dort entstanden in den vergangenen Jahren „Woodscrapers“ - sprich Holzbauten mit bis zu zehn Stockwerken. Größenrekord.

Architektur: Waugh Thistleton
Holzbau: B&K Structures
Projektpartner: Binderholz
Foto: Regal Homes, Daniel Shearing & Binderholz
Fertigstellung: 2016



Wohnbau Hummel­kaserne
Graz



Das Grundstück befindet sich auf dem Gelände der ehemaligen Hummelkaserne und damit im Stadtentwicklungsgebiet Reininghausgründe. Es handelt sich um den ersten sechsgeschossigen Holzbau in der Steiermark. Errichtet wurden die Gebäude in Massivholz und sie erreichen Passivhausstandard.
Die insgesamt 92 Wohneinheiten befinden sich in vier Baukörpern, welche so auf dem Grundstück situiert sind, dass alle Wohnungen optimal besonnt werden und eine gute Durchlässigkeit des Gesamtreals gewährleistet ist.

Konstruktiv bestehen die Baukörper aus einem betonierten Lift- und Stiegenhauskern, Wand- und Deckenkonstruktion wurden aus vorgefertigten Brettsperrholzelementen errichtet. Die verwendeten Materialien wurden sichtbar belassen: Die Holzfassaden lassen das gewählte Konstruktionsmaterial erkennen, die Balkone wurden als vorgestellte Stahlkonstruktion mit Betonfertigteilen ausgeführt. Im Stiegenhaus wurde der Beton sichtbar gelassen, optisch aufgewertet durch dem schlüssigen Farbkonzept folgende Farbblitze, die der Orientierung und Identifikation der Bewohner dienen.

Jede Wohnung verfügt über eine eigene Terrasse bzw. einen großzügigen Balkon. Die vier Baukörper sind unterkellert und über eine gemeinsame Tiefgarage verbunden. Darüber hinaus stehen den Bewohnern ein Gemeinschaftsraum sowie Fahrradwerkstätten zur Verfügung.

Hervorzuheben ist außerdem der hohe Anteil der Grünflachen, welche zum einen den Erdgeschoßwohnungen als Privatgärten zugeordnet sind und andererseits der Allgemeinheit mit integrierten Kinderspielplätzen zur Verfügung stehen.

Architektur: sps÷architekten
Holzbau: Kaufmann Bausysteme
Projektpartner: Getzner Werkstoffe
Foto: Paul Ott, paul ott photografiert
Fertigstellung: 2016



Dachausbau
Wien



Ein wichtiger Aspekt von Nachverdichtung – ein zentrales Anliegen aller Ballungsräume – ist die Nutzung von leeren Dachräumen. Diese Wohnform auf und über den Dächern der Städte ist äußerst beliebt, und wird leider immer mehr rücksichtslos gegenüber dem Gebäudebestand und seiner gewachsenen Umgebung in einem überteuerten Luxussegment angeboten. Im Gegensatz dazu ist das Ziel dieses Projektes ein verträglicher Dachbodenausbau, der einerseits einen hohen ökologischen Wert hat, und andererseits ein soziales und besonnenes Ausmaß im Verhältnis zur bestehenden Infrastruktur einnimmt. Bei diesem Eingriff spürt man noch die Substanz und Atmosphäre des alten bestehenden Dachraumes. Proportionen, Lichtführung und Konstruktionen werden aus dem Altbestand heraus in ein neues Wohnumfeld transformiert, und so geplant, dass sie den umliegenden Wohnungen in den Höfen möglichst wenig Qualität entziehen.

Auch die Verwendung von körperverträglichen und natürlichen Baustoffen ist ein entscheidender Faktor. Für dieses Dachausbauprojekt ist eine Bauweise entwickelt worden, die vorwiegend mit natürlichen Baustoffen wie zb Holz und Lehm alle erforderlichen, bautechnischen Funktionen erfüllen kann. Holz trägt und Lehm schützt ist die simple Grundidee. Der Vorteil des Holzbaus liegt in der Vorfertigung. Durch eine exakte Planung kann man die offene Bauzeit - im Gegensatz zum klassischen Ausbau mit einer Stahlkonstruktion - auf wenige Wochen verkürzen. In diesem Fall sind vorgefertigte Holzbauteile verwendet worden, die gegeneinander eingehängt und verschraubt werden.

Als Wärmedämmung kommen ausschließlich Holzfaserdämmplatten zum Einsatz. Die 28 cm starke Wärmedämmung zwischen den Sparren liefert gegenüber der herkömmlichen Mineralwolle nicht nur einen ökologischen Vorteil, sondern vor allem auch einen besseren Schutz gegen sommerliche Überhitzung und Schallimmissionen.

Das Ziel, den kompletten Dachausbau ausschließlich mit Holz und Lehm zu gestalten, wird auch im Innenraum konsequent weiterverfolgt. Alle Trennwände werden als Holzständerkonstruktionen mit Lehmausfachung bzw. Lehmputz ausgeführt. Der Holzboden in Weisstanne ist gänzlich unbehandelt. Durch die sägeraue, leicht strukturierte Oberfläche sowie das Vermeiden von Öl, Wachs oder Lack fühlt sich der Boden haptisch angenehm und warm an.

Auch das Badezimmer und die Dusche werden mit Tannendielen am Boden und an den Wänden ausgeführt. Der Innenraum dieses Dachausbaus ist in einer Mischung von Holz- und Lehmoberflächen gestaltet. Sowohl Lehm als auch Holz bleiben roh und natürlich, d.h. sie werden nicht behandelt oder versiegelt. Denn in diesem „rohen“ Zustand können beide Baustoffe ihre bauphysikalischen Stärken und haptischen Qualitäten uneingeschränkt ausspielen.

Resultat ist letztendlich ein Wohnraum, der weitestgehend chemie- und emissionsfrei ist, und durch die Verwendung unbehandelter Baustoffe hohe sinnliche Qualitäten hat: Natürlicher Geruch, haptische und taktile Sinnlichkeit und lichtstreuende Oberflächen, die den Nutzer und die Architektur in ein warmes und schönes Licht tauchen.

Architektur: ANDIBREUSS
Holzbau: Holzbau Simlinger GmbH
Projektpartner: stora enso
Foto: Bruno Klomfar & Astrid Bartl
Fertigstellung: 2014



Wohnbau Dragoner­quartier
Wels



„Höchstes und größtes Projekt in Oberösterreich“. Als innovatives und qualitätsorientiertes Unternehmen hat sich die WAG auf Basis der neuen Rahmenbedingungen entschlossen, dem Baustoff Holz im Projekt „Dragonerquartier Wels“ wesentlichen Raum zu geben. In drei Bauabschnitten werden 70 Mietwohnungen mit einer Investitionssumme von rund € 10,2 Millionen errichtet. Zwei Abschnitte davon entstehen in innovativer Holzbauweise, ein Abschnitt durch Umbau des ehemaligen, denkmalgeschützten Pferdehospizes. Die Kosten sind nicht höher als im traditionell errichteten Wohnbau und nicht höher als die Kostengrenze der OÖ Wohnbauförderung . Ein wesentliches Element des Projekts ist neben dem Baustoff „Holz“ die Integration des denkmalgeschützen Pferdehospizes und die angrenzenden Dragonerhöfe in ein Gesamtkonzept.

Architektur: Luger&Maul
Holzbau: Obermayr Holzkonstruktionen
Tragwerksplanung: Obermayr Holzkonstruktionen
Projektpartner: Egger, Pfeifer
Fotos: WAG
Fertigstellung: 2017
Bauzeit: 1 Jahr
Energiestandard: Niedrigenergiestandard
Konstruktionsweise:
3-Geschosser: Außenwände in Holzriegelbau, Zwischendecke als Tramdecke, Stützen und Unterzüge im Innenbereich (keine tragenden Innenwände), Dach als Holzrippendecke mit Aufdachdämmung.
6-Geschosser: Außenwände in Holzriegelbau, Zwischendecke als Holzbetonverbunddecke, tragende Innenwand aus Brettsperrholz, Dach als Brettschichtholzdecke mit Aufdachdämmung.



Wohnen 500
Mäder



Vorgefertigte Holzmodulbauweise aus Massivholz mit Brettsperrholzplatten aufgesetzt auf Bodenplatte aus Stahlbeton, Flachdach mit bekiester Folienabdichtung. Vierspänner mit zentraler Erschließung über Treppenhaus mit Massivholzwänden und Stahlbeton Fertigteilstiegen in REI 60 ausgeführt. Wohnungstrennwände, Zwischendecken und Treppenhauswände in Massivholz akustisch abgekoppelt. Außenwände BSP Massivholz Wärmedämmung kreuzweise, hinterlüftete Holz-Wechselfalzfassade und Holzlattenfassade. Holzfenster und Türen. Haustechnik Gasanschluss und Sonnenkollektoren. Innen Heizkörper 
Innenwände und Decken – Weißtanne weiß pigmentiert, Fußboden Eiche Parkett. Innenwände TH farbig gestrichener Gipskarton, Boden Beton sandgestrahlt.

Architektur: Johannes Kaufmann
Holzbau: Kaufmann Bausysteme
Projektpartner: Adlerlacke, Fermacell, Rockwool
Visualisierung: Hof 437 – Netzwerk für Raum und Form
Fertigstellung: 2016



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